„Unser kostbares Leben“ von Katharina Fuchs

*Anzeige* Ich habe einen autobiografischen Roman gelesen, der einen interessanten Rückblick auf die 1970-er Jahre in Deutschland wirft, den ich euch gerne vorstellen möchte:

Unser kostbares Leben

  1. Verlag: Droemer
  2. Autor: Katharina Fuchs
  3. Seitenzahl: 624
  4. Erscheinungsdatum: 30. Dezember 2021
  5. Sprache: Deutsch
  6. ISBN: 978-3426282656

Inhalt:

Mainheim 1972: Minka und Caro eröffnen die Schwimmbadsaison, als ihr Klassenkamerad Guy vor ihren Augen verunglückt. Am selben Tag trifft das vietnamesische Waisenkind Claire im Kinderheim ein. Das Netzwerk ihrer Väter, des SPD-Bürgermeisters und des Fabrikdirektors beginnt zu arbeiten. Die Freundinnen realisieren, dass in der kleinen Industriestadt nichts mehr stimmt: Vergiftetes Flusswasser, Tierversuche und Experimente mit Psychopharmaka. Wie kostbar ist ein Leben? (Klappentext)

Autorin:

Katharina Fuchs hat Rechtswissenschaften studiert und lebt mit ihrer Familie im Taunus. Vor diesem Werk hat sie schon zwei Bücher veröffentlicht, in denen sie sich auf das Leben ihrer Großmütter bzw. ihrer Mutter und deren Schwester bezieht. Hier schreibt sie nun über ihre eigenen Erlebnisse.

Meinung:

Der intensive Schreibstil der Autorin hat mich direkt in die 1970er Jahre zurückversetzt. Durch viele Details wird der Zeitgeist lebendig und die damaligen Bilder wurden vor meinen Augen regelrecht sichtbar. Die Erinnerungen an die politische Situation, das sich langsam entwickelnde Umweltbewusstsein und Protestmärsche werden anhand der Geschichte der drei Protagonistinnen Minka, Caro und Claire authentisch geschildert. Die aufgegriffenen gesellschaftlichen Themen – wie Versuche an Tieren und Heimkindern mit Psychopharmaka – sind erschreckend und perfekt mit der Handlung verwoben. Ebenso stimmig ist die politische Situation beschrieben, über die immer wieder ganz nebenbei Fakten einfließen. Man merkt, dass Katharina Fuchs sehr ausgiebig recherchiert hat und Tatsachen werden durch das Leben der einzelnen Charaktere mit der Handlung verflochten. Diese sind sehr unterschiedlich. So lebt z.B. Minka in einer Kommune, tritt in die gerade entstehende Partei der Grünen ein und Caro wird Journalistin.

Fazit:

Mich hat dieser Roman sehr gut unterhalten. Diese Mischung aus Emotionen, Fakten politischer bzw. gesellschaftlicher Ereignisse, das Familienleben in den 1970-er Jahren sind hier so lebendig und intensiv beschrieben, wie ich es selten zuvor erlebt habe und wodurch ich beim Lesen fast das Gefühl hatte, ein Teil der Geschichte zu sein. Deswegen gebe ich eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne mehr über vergangene Zeiten erfahren möchten und Familiengeschichten mögen.

Elke

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