Schulrucksack von ergobag im Test

Wirtschaft und Schule: Ein gutes Zusammenspiel?

Spätestens im September sind alle Schüler wieder in den Schulen. Die ersten Klassen erleben eine aufregende neue Welt und die Abschlussjahrgänge zittern schon jetzt vor den Prüfungen. Doch fast schon unentdeckt begibt sich auch ein weiterer Protagonist in die Schulen: Die Wirtschaft. Wir klären auf, warum Unternehmen in Schulen aktiv sind und was Eltern und Lehrer tun können.

Werbung in Schulen – Wer macht das und warum?

Werbung an Schulen ist beliebt wie nie. Unternehmen strömen in die Schulhäuser, um für verschiedenste Dinge zu werben. Aktuell findet man in Bildungseinrichten Imagekampagnen gegen zu viel Alkohol, Werbung für Ausbildungsplätze oder Produktkampagnen für Jugendliche und Kinder. Besonders der letzte Teil erschüttert Eltern und Lehrer immer mehr. Denn die Unternehmen drängen mit großen Marketingbudgets und wenig Fingerspitzengefühl in die Schulen und versuchen mit teilweise zweifelhaften Methoden Schüler zum Kauf zu überreden.

Dabei ist es gesetzlich relativ klar geregelt, was in Schulen erlaubt ist. Auf unserer Übersichtsseite findet man eine entsprechende rechtlichen Bestimmung für das eigene Bundesland. Dennoch gibt es Einzelfälle, bei denen sich die Unternehmen nicht daran halten.

Begriffserklärung

Um zu verstehen, was die Wirtschaft in den Schulen zu suchen hat und welche Ziele sie verfolgt, sollte man die wichtigsten Begriffe kennen.

Schulmarketing

Als Oberbegriff für Werbung in Schulen, jedoch nicht gleichzusetzen mit schlechter oder verbotener Werbung. Schwarze Schafe gibt es jedoch immer wieder.

Schulsponsoring

Unternehmen fördern Schulen mit finanziellen Mitteln und „erwerben“ dadurch ein Recht sich innerhalb der Schulen werblich zu betätigen. Aber Achtung: Die Grenzen sind eng gesteckt. Direkte Einflussnahme oder Produktwerbung bleiben verboten.

Ausbildungsmarketing

Die helle Seite der Schulwerbung. Unternehmen werben für Ausbildungsplätze und präsentieren sich als Arbeitgeber. Auch hier ist Achtung geboten: Gute Dienstleister für Schulwerbung lehnen bestimmte Firmen oder Einrichtungen aus moralischen Gründen ab.

Schulkooperationen

Unternehmen schließen meist relativ lose Kooperationsverträge mit Schulen, um z.B. Bewerbungstrainings oder Sportevents mit zu organisieren.

Eltern und Lehrer müssen wachsam bleiben

Nachdem die Begrifflichkeiten klar ist, können Eltern und Lehrer nun auch besser einschätzen, was an Schulen sinnvoll ist und was nicht. Klar ist, dass Ausbildungswerbung in den seltensten Fällen für Probleme sorgt. Dennoch lohnt sich ein prüfender Blick, welches Unternehmen hier wirbt und ob die Bedingungen der Ausbildungsstellen wirklich gut sind.

Imagekampagnen (wie z.B. Alkoholprävention) sollten ebenfalls kein Problem darstellen. Eltern und Lehrer müssen hier nur beachten, dass diese Kampagnen wirklich die Aufklärung der Schüler im Sinn haben. Selten kommt es vor, dass Unternehmen Aufklärungskampagnen umsetzen und durch diesen Weg versuchen Produkte zu verkaufen.

Produktmarketing ist und gehört in Schulen verboten. Hier sollten Eltern und Lehrer auch keine Ausnahme machen. Werbung für Schokolade, Spielzeug, Reisen, Hygiene-Artikel usw. gehören nicht das Umfeld einer Bildungseinrichtung.

Schulsponsoring sollte kritisch hinterfragt werden. Was sind die Ziele der Unternehmen? Welchen Mehrwert erzielt die Schule und vor allem erzielen die Schüler damit? Ist die Einflussnahme wirklich ausgeschlossen? Entsteht eine Abhängigkeit zum Unternehmen?

Eltern und Lehrer sind in kritischen Fällen aber nicht machtlos. In erster Linie kann fragwürdiges Schulsponsoring durch Eltern und Lehrer verhindert werden, in dem es gar nicht erst zulässt. Gemeinsam mit der Schulleitung sollte man einen Rahmenplan für Anfragen aus der Wirtschaft ausarbeiten. Eintreffende Angebote sollten Eltern, Lehrer und Schulleitung dann gemeinsam diskutieren und die Pro und Contras abwägen. Auch der Einbezug der Schüler hat sich als sehr positiv herausgestellt.

Sollte man diesen Weg nicht gehen können, so bieten sich dennoch andere Wege an. Die zuständigen Bildungsministerien der Länder beobachten Schulwerbung sehr genau und bieten schnelle und unkomplizierte Hilfe an. Am besten hilft jedoch die Aufklärung der Schüler. Ein gesunder Umgang mit Medien und Konsum macht junge Menschen auch deutlich weniger anfällig für Kampagnen aus der Wirtschaft.

Über Eva

Ich bin seit 2008 Produkttesterin, seit 2011 mit dem eigenen Produkttestblog. In meinem Blog schreibe ich über Online-Shops, Produktneuheiten, Freizeitaktivitäten und Reiseziele für Familien und starte wöchentlich Gewinnspiele und Testaktionen für meine Leser. Ich bin alleinerziehend und wohne zusammen mit Tochter Zoe (geb. Februar 2008) und Sohn Jamie (geb. Dezember 2010) in Kirchlengern. Hauptberuflich bin ich zuständig für die Lohn- und Gehaltsabrechnung der Mitarbeiter.

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