Digitale Mediennutzung im Kleinkindalter

Ein informativer Überblick mit wichtigen Tipps und Hinweisen

Fernsehen, Handy oder Smartphone, Computer und Tablet – ganz alltägliche Dinge für jeden Erwachsenen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass auch Kinder von Geburt an mit diesen Medien konfrontiert sind. Aufgrund der abwechslungsreichen Inhalte, der einfachen Bedienbarkeit und der geschickten Werbung um weitere Aufmerksamkeit fesseln sie Kinder fast jeden Alters. Ein Zuviel an Medien überfordert gerade Kleinkinder jedoch schnell. Deshalb sollten sich verantwortungsbewusste Eltern frühzeitig intensiv mit dem Thema Mediennutzung im Kleinkindalter auseinandersetzen. Dann können sie ihren Kindern die ersten Grundlagen zu einem kompetenten Umgang mit digitalen Medien vermitteln.

Eltern haben Vorbildfunktion

Die Vorbildfunktion die Erwachsene für Kinder einnehmen kann nicht bestritten werden. Wenn Eltern für ihre Erledigungen meist das Auto nutzen, werden sie irgendwann erstaunte Blicke ernten, wenn sie beschließen heute einmal zu Fuß einkaufen zu gehen. Das Kind fragt dann berechtigterweise: „Kann man dort überhaupt zu Fuß hinkommen?“ Genauso wird die Nutzung eines Smartphones für Kinder zur Normalität, wenn ihre Eltern ständig damit beschäftigt sind. Sie kennen die Welt dann nicht ohne Smartphone. Und hier muss die Frage gestellt werden: „Will ich das? Will ich, dass mein Kind das Gefühl hat, erst kommt das Smartphone, dann komme ich? Was kann das für später bedeuten?“

Machen Sie eine kurze Pause – überdenken Sie Ihre Ziele: Was soll mir/meinem Kind die Mediennutzung bringen? Und dementsprechend überdenken Sie anschließend Ihren Umgang mit Ihren Medien!

Die Antworten können von leichter Unterhaltung, Nutzung als billiger Babysitter bis hin zum Kennenlernen von alltäglichen „Gebrauchsgegenständen“ reichen. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie „funktionieren“ Kinder und wie passt das kindliche Wesen zur Welt der Medien?

Kinder wollen spielen

Kinder leben und erleben unmittelbar. Kindliches Spielen wird jedoch oft nicht für voll genommen. Der Satz: „Die spielen doch nur!“, drückt keine Wertschätzung für das kindliche Spiel aus. Ein Kind spielt nicht Pippi Langstrumpf, es ist Pippi Langstrumpf. Selbst mit einer Spielfigur beim Gesellschaftsspiel identifiziert sich ein Kind – eine Erklärung dafür, warum Kinder oft so wütend werden, wenn sie verlieren.

Genau so versetzt das Kind sich in Filme, Computer- und Videospiele hinein. Hieraus erklärt sich ein erster Grundsatz beim Heranführen der Kinder an Medien: Eltern dürfen ihre Kinder nicht alleine lassen! Eltern können sonst nicht wissen, in welchen Held sich das Kind hineinversetzt hat und mit welcher Situation es sich noch Tage (oder auch Nächte) später gedanklich beschäftigt!

Die Macher von Filmen, Spielen und Apps wissen, wie Kinder sich mit ihrer Welt auseinandersetzen, und haben die Medien entsprechend angepasst. Deshalb finden Kinder den Umgang damit so spannend und sind nicht mehr davon wegzubringen.

Wie funktionieren Medien?

Medien fesseln Kinder. Die Hauptfiguren der Geschichten begegnen den Kindern in fast allen Lebenslagen. Von der Bettwäsche über die Kleidung bis hin zum Essgeschirr und den entsprechenden Spielzeugfiguren – von früh bis spät können sich die Kinder mit ihren Helden umgeben. Wie schön! Genau das macht für Kinder das Leben aus. Wie schön dann, die Helden mit neuen Geschichten im Film wieder zu finden oder noch schöner, seine Abenteuer bei einem Video- oder Computerspiel selbst zu gestalten und damit zu erleben.

Am Ende des Filmes wird gleich die Vorschau auf weitere tolle Geschichten gezeigt. Am Ende eines Spieles gibt es viele Punkte, die den eigenen Erfolg dokumentieren und vielleicht sogar den baldigen Einzug in ein höheres Level in Aussicht stellen. Dies sind gute Gründe für Kinder möglichst bald wieder fern zu sehen, weiterzuspielen oder noch besser, gleich weiterzumachen.

Für Eltern eine schwierige Entscheidung. Wie lange lasse ich mein Kind fernsehen? Wann beende ich ein Computer- oder Videospiel? Was tut meinem Kind gut oder ab wann schadet ihm der Medienkonsum?

Zeiträume zur Mediennutzung

Die Nutzung der digitalen Medien gerät in vielen Familien zu einem Streitthema. Ein Streitthema, das zu einer klaren Erziehungshaltung auffordert. Je klarer der Standpunkt der Eltern, desto einfacher lässt er sich in Regeln fassen. Eine Hilfe kann es sein, Medienzeiten festzulegen oder umgekehrt genauso medienfreie Zeiten. Ein Beispiel für Medienzeiten kann das gemeinsame Schauen der „Sendung mit der Maus“ am Sonntagvormittag sein, medienfreie Zeiten sollten auch für die Erwachsenen (!) unbedingt die Mahlzeiten darstellen.

Aufmerksame Eltern stellen schnell fest, ab wann Ihr Kind genug gesehen oder gespielt hat. Kinder werden dann unruhig und reizbar.

Die folgenden Zeiträume können als Richtlinie angesehen werden: Insgesamt sollte die Mediennutzung für Kinder bis fünf Jahre eine halbe Stunde am Tag nicht überschreiten, für sechs- bis neunjährige gilt eine Empfehlung von maximal einer Stunde am Tag und für ältere Kinder wird ein Wochenkontingent von etwa neun Stunden vorgeschlagen.

Hier sollte der Hinweis erlaubt sein, dass Kinder auch ohne den Gebrauch digitaler Medien auskommen. Solange ein Kind nicht danach fragt, brauchen Eltern sich auch keine Gedanken über die Einführung machen!

Medienkompetenz wäre das Ziel!

Eine Kompetenz beschreibt die Fähigkeit eines Menschen in einem bestimmten Bereich. Medienkompetenz beschreibt also die Fähigkeit eines Menschen, mit den vorhandenen Medien selbstbestimmt und zum eigenen Nutzen umgehen zu können. Dieses Ziel ermutigt Eltern Medien durchaus zu nutzen, aber den Kindern auch zu vermitteln, zu welchem Zweck sie diese nutzen. Spezielle Suchmaschinen für Kinder helfen beispielsweise dabei, kindgerechte Seiten im Web zu finden. Bild-, Film- und Tonbearbeitungsprogramme lassen den kreativen Umgang mit eigenen Aufnahmen zu. Sie ermöglichen aber auch einen Blick hinter die Kulissen von Filmemachern und wecken so das Interesse an eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Dadurch werden die digitalen Medien nicht mehr nur zum passiven Konsumieren genutzt, sie werden aktiv mitgestaltet. Das Kind erwirbt spielerisch Fähigkeiten, die einen kompetenten und kreativen Umgang mit Medien anbahnen.

Sechs Tipps zum Umgang mit Medien

1. Lassen Sie Ihr Kind mit digitalen Medien nicht alleine!

Ohne die Begleitung der Eltern werden die Kinder von den Inhalten der medialen Welt überfordert.

2. Überprüfen Sie die Sicherheitseinstellungen!

Im Umgang mit dem Internet sollte ein Jugendschutzprogramm installiert werden, um Kinder vor Gefahren zu schützen.

3. Altersangaben können eine Orientierung bieten!

Sie erheben jedoch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf die Inhalte der Geschichten.

4. Machen Sie sich mit den Inhalten vertraut!

Am Besten testen Sie Spiele oder sehen Filme vorher erst einmal selbst an, bevor Sie diese Ihrem Kind zur Verfügung stellen.

5. Treffen Sie klare Regelungen!

Klare Regeln vereinfachen den Tagesablauf, das trifft auch in Bezug auf die Mediennutzung zu.

6. Schaffen Sie Alternativen!

Die digitale Welt ermöglicht keine körperlichen Erfahrungen. Diese sind jedoch lebenswichtig für Kinder. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie viel Spaß das Spielen im Freien macht. Werden Sie für Ihr Kind wieder zum Kind, das mit ihm gemeinsam die Natur als Spielraum entdeckt!

Über Eva

Ich bin seit 2008 Produkttesterin, seit 2011 mit dem eigenen Produkttestblog. In meinem Blog schreibe ich über Online-Shops, Produktneuheiten, Freizeitaktivitäten und Reiseziele für Familien und starte wöchentlich Gewinnspiele und Testaktionen für meine Leser. Ich bin alleinerziehend und wohne zusammen mit Tochter Zoe (geb. Februar 2008) und Sohn Jamie (geb. Dezember 2010) in Kirchlengern. Hauptberuflich bin ich zuständig für die Lohn- und Gehaltsabrechnung der Mitarbeiter.

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